So legen Sie Ihren Keller richtig trocken

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Es ist sehr wichtig, dass die Wände eines Kellers richtig abgedichtet sind, damit sich keine Feuchtigkeit bilden kann, die dann wiederum Schimmel und Schäden an der Bausubstanz einer Immobilie verursacht. Was aber tun, wenn der Schaden schon angerichtet ist? Wichtig ist es, zunächst den Keller trockenzulegen.

Ursache finden

Bei Feuchtigkeit im Keller können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Bei Altbauten kann das an der Bauweise liegen und eine Sanierung ist vonnöten. Auch kann schlicht und einfach ein falsches Lüftungsverhalten Grund für die Probleme sein – das lässt sich natürlich schnell beheben. Undichte Fenster und Türen lassen des Weiteren Feuchtigkeit von außen in den Keller eindringen, sodass ein schlechtes Raumklima entsteht. Welche Ursache das Problem der Feuchtigkeit im Keller auch haben mag, wichtig ist nun – ganz abgesehen von den Gegenmaßnahmen – dass Sie den Keller trockenlegen.

Wichtige Schritte der Trockenlegung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Keller trockenzulegen. Allerdings sind in allen Fällen einige Schritte zu befolgen, für die Sie folgende Werkzeuge und Materialien benötigen:

  • Ventilator
  • Luftentfeuchter
  • Schutzbrille
  • Schimmelentferner
  • Mörtel
  • Putz
  • Dichtungsschlamm
  • Dämmplatten

Fenster, Türen und Wände prüfen

Zunächst sollten die Fenster und Türen überprüft und wenn notwendig die Dichtungen erneuert werden. Außerdem sollten Sie die Wände und den Boden auf Risse überprüfen. Sollten Sie fündig werden, verschließen Sie diese unbedingt ordentlich mit Mörtel.

Möbel abrücken

Rücken Sie alle Regale, Schränke und sonstigen Möbel von den Kellerwänden weg. Damit stellen Sie sicher, dass die Luft besser zirkulieren und die Wand schneller trocken werden kann.

Lüften

Nun ist es an der Zeit vernünftig durchzulüften. Achten Sie dabei darauf, dass die Außenluft kühler sein sollte als die Innenluft. Im Sommer müssen Sie entsprechend mit dem Lüften bis zur Nacht warten. Sollten Sie sich daran nicht halten, fangen die Wände an zu schwitzen und eine Trockenlegung kann gar nicht erst richtig durchgeführt werden.

Luft zum Zirkulieren bringen

Es ist sehr wichtig, dass die Luft in den Kellerräumen zum Trockenlegen zirkuliert. Diesen Zustand erhalten Sie am besten, indem Sie die Verbindungstüren offenlassen und zudem einen Ventilator einschalten. Des Weiteren sollten Sie die Kellerräume regelmäßig heizen.

Feuchtigkeit entziehen

Es ist möglich, sich im Fachhandel einen elektrischen Luftentfeuchter auszuleihen. Dieser entzieht der Raumluft die Feuchtigkeit und sammelt diese in einem Auffangbehälter. Vergessen Sie nicht, den Behälter häufig genug zu entleeren – eventuell sammelt sich mehr Wasser als Sie vermuten.

Trockenlegungsmaßnahme einleiten

Nun können Sie damit beginnen, den Keller trocken zu legen. Dazu stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen, die weiter unten genauer erläutert werden.

Keller sanieren

Nachdem die Wände wieder trocken sind, kommt noch weitere Arbeit auf Sie zu, damit ein erneuter Schaden unterbunden wird. Sie müssen nun Ihren Keller sanieren. Das bedeutet, dass Sie entweder von außen Abdichtungsmaßnahmen treffen müssen oder aber die Innensanierung in den Angriff nehmen müssen. Auf jeden Fall sind Stellen, die von Schimmel befallen waren, ausgiebig zu reinigen und anschließend ist die Wand möglichst neu zu verputzen. Auch kann es notwendig sein, Dichtungsschlamm aufzutragen und neue Dämmplatten anzubringen.

Methoden zur Trockenlegung

Wenn sich das Feuchtigkeitsproblem aufgrund von einer kapillar eindringenden Bodenfeuchte aufgetan hat, sollten Sie eine Horizontalsperre einrichten oder diese erneuern. Dabei stehen Ihnen vier Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Injektionsverfahren: Ein Abdichtungsmittel, das in die Poren des Gesteins eindringt, wird in Abständen von etwa 15 Zentimetern knapp über dem Boden durch Bohrungen in die Wände eingebracht. Hierbei handelt es sich um eine häufig angewendete und bewährte Lösung.
  • Mauersägeverfahren: Bei dieser Möglichkeit wird die Mauer horizontal durchsägt und eine Platte aus Blech oder Kunststoff eingeschoben. Das Mauersägeverfahren ist allerdings sehr aufwendig und nicht immer überall anwendbar.
  • Elektrisches Verfahren: Unter Spannung gehaltene Elektroden werden im Boden verbaut, wodurch das Wasser aufgrund seiner Leitfähigkeit unten gehalten werden soll.
  • Elektromagnetisches Verfahren: Hierbei kommen elektromagnetische Wellen zum Einsatz, jedoch ist diese Maßnahme umstritten und nicht immer erfolgreich.

Trockenlegung aufgrund von Druckwasser

Gegen die Außenmauer drückendes Sickerwasser ist ein Problem, dem Sie durch einer Innensanierung nicht Herr werden können. Hier empfiehlt sich der Bau einer Drainage rund um das Haus bzw. eine entsprechende Kellerabdichtung.

Rohrbruch

Ist ein Rohrbruch Grund für einen feuchten Keller, muss zunächst das Problem behoben werden. In der Regel handelt es sich dann auch nicht mehr um Feuchtigkeit, sondern Nässe. Hier benötigen Sie schweres Gerät, denn das Wasser muss aus Wand und Boden abgepumpt werden. In der Regel werden solche Arbeiten von der Versicherung übernommen, weshalb es sich empfiehlt einen Fachmann zu beauftragen, der über die richtige Ausrüstung verfügt. Auch die anschließende Sanierung wird von einer vernünftigen Versicherung übernommen.