Muss Ihr Grundstück begradigt werden?

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Bei Hausbau- und Gartenprojekten ist es noch vor etwaiger Errichtung des Fundaments elementar, dass der ausgewählte Baugrund gewissen Vorgaben entspricht und für das Projekt gut vorbereitet wurde. Ein wichtiger Schritt kann sein, das Grundstück zu begradigen. Was es damit auf sich hat, haben wir Ihnen in diesem Artikel kurz zusammengefasst.

Wann ist ein Begradigen notwendig?

Ob Ihr Grundstück vor einem Bauprojekt begradigt werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab. Am Anfang steht immer der gleiche Prozess: das Ausmessen der Baufläche und die Evaluierung von Höhenunterschieden. Neben der Qualität des Bodens, der stabil, tragbar und wasserdurchlässig sein muss, spielen auch rechtliche Rahmenbedingungen und einzuholende Genehmigungen eine Rolle. Es gilt jedoch: wenn es tatsächliche Höhenunterschiede gibt, die die Errichtung eines stabilen Fundaments (oder gegebenenfalls einer geraden Terrasse, eines Pools etc) beeinträchtigen, sollte eine Begradigung vorgenommen werden. Sprechen Sie im Idealfall mit einem Architekten oder einem Ingenieur, um eine fachliche Meinung zu Ihrem Grundstück einzuholen.

Grundlage: die Nivellierung

Die Begradigung funktioniert über eine Nivellierung bzw ein Planieren der Fläche, in dessen Zuge unebene Stellen für eine spätere Bebauung abgetragen oder befüllt werden. Hierzu müssen ein Planierungs-Plan erstellt und die genauen Höhenunterschiede durch Messungen erfasst werden, sodass das zu bewegende Erdvolumen eindeutig feststeht. Dies funktioniert im Regelfall mithilfe von Stäben, Schnüren, Wasserwagen oder Lot. Auch können Sie modernere Techniken wie Kreuzlinien- und Rotationslaser verwenden. Hierfür ist aber zumeist etwas Fachwissen notwendig.

Möglichkeiten der Begradigung

Wie das Grundstück schließlich optimal begradigt werden kann, hängt neben der Lage und Beschaffenheit auch davon ab, wie groß die tatsächlichen Höhenunterschiede sind. Generell kann aber zwischen den folgenden Möglichkeiten unterschieden werden:

  • Geringe Höhenunterschiede: Insbesondere kleine Unebenheiten können oftmals mit geringem Aufwand per Hand beseitigt werden. Hier können Sie mit Schaufeln und Walzen die Erdmengen entsprechend verschieben, sodass eine gerade Ebene entsteht.
  • Größere Höhenunterschiede: Hierfür sind schwerere Maschinen notwendig, um Erdmassen abzutragen oder das Grundstück aufzufüllen. Verwenden Sie eine Motorhacke oder einen kleinen Radlader, um das Erdreich zu bewegen, und halten Sie sich so genau wie möglich an den Planierungs-Plan.
  • Hanglagen: Grundstücke in Hanglagen können nicht novelliert werden, sondern müssen eine anderweitige Begradigung für die Errichtung eines Fundaments erhalten. Zumeist kann hier mit Terrassierungen und Treppen oder einem Einschnitt in den Hang gearbeitet werden.