Eisen oder Stahl – Das ist der Unterschied

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Sollen Metallprodukte weiter verarbeitet werden, spielt es oft eine Rolle, aus welchen Stoffen sie gefertigt wurden. Hier werden Eisen und Stahl gerne synonym verwendet – was allerdings nicht richtig ist. Wo die Unterschiede zwischen Eisen und Stahl liegen, haben wir Ihnen hier kurz zusammengefasst.

Der Unterschied liegt in der Zusammensetzung

Ist von Metallprodukten die Rede, kommt es nicht selten vor, dass die Bezeichnungen Eisen und Stahl synonym miteinander verwendet werden. Tatsächlich ist dies auf einer chemischen Ebene aber nicht richtig – was in der Verarbeitung wiederum dazu führt, dass beide Produkte auch verschiedene Reaktionen auf bestimmte Prozesse zeigen.

Der Unterschied zwischen Eisen und Stahl ist dabei aber nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen, sondern muss auf die Grundmaterialien zurückgeführt werden. So handelt es sich bei Eisen um das chemische Element „Fe“, das viele noch aus dem Periodensystem kennen, während Stahl hingegen eine Legierung, also eine Verbindung von mehreren Metallen, ist.

Das sind die Charakteristika von Eisen

Eisen kommt in der Natur als relativ weiches, silbrig glänzendes Reinmetall vor, welches zu den Basismetallen gezählt werden kann und mit Luft und Feuchtigkeit reagiert, indem es oxidiert bzw. korrodiert. Um es verarbeitbar zu machen, wird Roheisen daher verflüssigt und mit einem Kohlenstoffgehalt von ca. 4,7% gegossen. Das so entstehende Gusseisen lässt sich nach der Aushärtung in der Folge nicht weiter verformen, weist aber viele charakteristische Eigenschaften auf. Dazu gehören etwa seine hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit.

Das sind die Charakteristika von Stahl

Im Gegensatz zu Eisen müssen Stahlprodukte einen deutlich geringeren Kohlenstoffgehalt aufweisen, der nach DIN EN 10020:2000-07 auf weniger als 2,06% festgelegt wurde. Bei Stahl handelt es sich um kein Produkt aus Roheisen, sondern immer um eine Legierung von verschiedenen Metallsorten, wobei Eisen in vielen dieser Produkte einen Anteil von 97 bis 99 Prozent ausmacht. Hinzu kommen weitere Komponenten wie etwa die folgenden:

  • Aluminium;
  • Kobalt;
  • Chrom;
  • Nickel;
  • Kupfer; und
  • Silizium.

Anders als Eisen zeichnet sich Stahl dadurch aus, dass vielfältige Weiterverarbeitungen möglich sind, da sich durch das Herstellungsverfahren Verformbarkeit, und ein adaptiertes Korrosionsverhalten ergeben. Je nach chemischer Zusammensetzung lassen sich mehr als 2.500 verschiedene Sorten Stahl unterscheiden, und auch mehrere Güteklassen werden zur Einteilung herangezogen. Dabei wird wiederum zwischen legierten und unlegiertem Stahl differenziert, worüber Sie in diesem Artikel mehr lesen können.