Bleiglasfenster selber machen – Theorie und Praxis

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Selbst einem Anfänger ohne Erfahrung als Heimwerker fällt es meist nicht schwer, ein einfaches Bleiglasfenster selber zu machen – mit etwas Erfahrung und der richtigen Technik stellen auch komplizierte Formen und Projekte kein Hindernis dar. Wichtigste Punkte sind geeignetes Material, Sorgfalt und Geduld.

Aufbau von Bleiglasfenster – Materialien und Konstruktion

Bei einer abstrakten Betrachtung bilden Bleiglasfenster ein Mosaik aus Buntglas, bei dem Bleileisten jedes Einzelteil in seiner Position fixieren und Sie diese an den Schnittpunkten miteinander verlöten. Ein zusätzliches, umlaufendes Band dient der Befestigung aller Teile und ermöglicht das sichere Einsetzen in einen Fensterrahmen. Um ein passendes Zusammensetzen und eine hohe Stabilität zu erreichen, müssen Sie das Glas exakt zuschneiden und bei der Verlötung sorgfältig vorgehen. Die benötigte Ausstattung beinhaltet:

  • H-Leisten passender Größe aus Blei
  • Bleistangen
  • Farbiges Glas zum Zuschneiden
  • Dünne Streifen aus Edelstahl
  • Ausrüstung zum Löten: Lötkolben, -zinn und -schwamm oder -stein
  • Glasschneider
  • Raue und feine Feile
  • Kröselzange
  • Eisensäge

Bis auf eine Kröselzange besitzen die meisten Heimwerker das erforderliche Werkzeug für andere Arbeiten. Bei dem Material sollten Sie auf die Übereinstimmung zwischen Glasdurchmesser und breite der H-Leisten achten. Die Stahlstreifen dienen als Verstärkung der H-Leisten und sollten sich in ihrer Breite deshalb ebenfalls möglichst exakt in diese einfügen lassen.

Bleiglasfenster selber machen – Die einzelnen Schritte

Vor Beginn der Arbeit steht immer eine Idee, die Sie umsetzen möchten. Von dieser ausgehend, bauen Sie Ihr Projekt schrittweise auf, um Ihr individuelles Bleiglasfenster selber zu machen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  • Erstellen Sie eine einfache Skizze des fertigen Fensters.
  • Fertigen Sie eine exakte Schablone in doppelter Ausführung an.
  • Zerschneiden Sie eine der Schablonen in ihre Einzelteile, um Sie als Vorlage zu nutzen.
  • Schneiden Sie die einzelnen Glasteile entsprechend ihrer Vorlage zu.
  • Kürzen Sie die H-Leisten auf die passende Größe.
  • Legen Sie fertige Teile nach der Bearbeitung auf die vollständige Schablone und setzen Sie das Bleiglasfenster zusammen.
  • Stimmen alle Einzelheiten, können Sie mit dem Verlöten beginnen.
  • Verlöten Sie die Schnittpunkte mit Lötzinn. Setzen Sie in regelmäßigen Abständen in horizontale H-Leisten einen Stahlstreifen ein, um die Stabilität zu erhöhen.

Es empfiehlt sich, die Bearbeitung zunächst mit einigen groben Mustern aus wenigen Einzelteilen zu üben. Je kleiner und detaillierter die Glasteile sind, desto aufwendiger gestaltet sich die Arbeit und desto mehr Zeit müssen Sie investieren.

Zusammenbau und Verlöten der einzelnen H-Streifen

Um einen guten Halt zu gewährleisten, sollten Sie die Glaselemente an den Bruchstellen etwas entgraten und die H-Leisten an ihren Schnittpunkten leicht aufrauen. Heizen Sie den Lötkolben gründlich vor und wählen Sie eine hohe Temperatur – anders als bei Elektroteilen besteht nur eine sehr geringe Gefahr für Schäden durch Hitzeeinwirkung. Verlöten Sie die Punkte großzügig mit Lötzinn, damit eine möglichst weiträumige und feste Verbindung entsteht. Legen Sie in etwa jede dritte horizontale H-Leiste einen Stahlstreifen – dies verhindert, dass sich bei größeren Bleiglasfenstern untere Leisten wegen des darüber liegenden Gewichts durchbiegen.