Das Verlegen von Rauhspund ist eine technische Herausforderung, die Präzision und Fachwissen erfordert. In diesem Artikel werden die entscheidenden Aspekte und Methoden vorgestellt, um eine stabile und langlebige Dachschalung zu realisieren.
Die Herausforderung beim Verlegen von Rauhspund
Das Verlegen von Rauhspund stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar, die technisches Geschick und ein fundiertes Materialverständnis erfordert. Häufig sind Rauhspundbretter nicht völlig gerade, was beim Zusammenfügen der Nuten und Federn zu Problemen führt. Dies kann die Stabilität des gesamten Dachbelags beeinträchtigen, insbesondere bei längeren Brettern, die bis zu vier Meter messen. Dabei besteht das Risiko, dass sich die Bretter während des Verlegens verziehen oder ungleichmäßig zusammengefügt werden.
Für eine langfristig tragende Oberfläche sind folgende Punkte von essenzieller Bedeutung:
- Feuchtigkeitsgehalt: Achten Sie darauf, dass die Bretter eine gleichmäßige Restfeuchte aufweisen. Zu hohe Feuchtigkeit führt nach der Verlegung zu Schrumpfung und unschönen Spalten.
- Verklebung und Druck: Um eine sichere Verbindung von Nut und Feder zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Bretter stark aneinander gepresst werden. Hierfür können spezielle Hilfsmittel wie Klammern, Holzkeile oder ein Stechbeitel eingesetzt werden.
- Befestigung: Ein sorgfältiges Fixieren der Bretter ist erforderlich, um sicherzustellen, dass sich die Verbindungen durch natürliche Holzbewegungen nicht lösen. Befestigen Sie die Bretter an jedem Sparren mit Schrauben oder Nägeln.
- Schwund- und Dehnungsfugen: Um Rissen vorzubeugen, sollten Dehnungsschnitte auf der Unterseite der Bretter angelegt werden, um Spannungen im Holz abzubauen. Diese Schnitte sollten etwa ein Drittel der Brettstärke betragen.
Eine gründliche Vorbereitung und das richtige Werkzeug sind entscheidend, um eine stabile und ansprechende Dachoberfläche zu schaffen, die den Anforderungen eines Dachs standhält.
Methoden zum Verlegen von Rauhspund
Es gibt verschiedene Methoden, um Rauhspund zu verlegen. Einige Techniken gewährleisten eine besonders solide Verbindung. Die nachfolgenden Methoden haben sich etabliert:
1. Verlegen mit geeigneten Hilfsmitteln
- Vorbereitung: Beginnen Sie, indem Sie das erste Brett präzise an der Traufseite positionieren und es an jedem Sparren mit zwei Nägeln oder Schrauben fixieren. Achten Sie darauf, dass die Nut in Richtung der tiefsten Stelle des Daches zeigt.
- Bretter zusammenfügen: Fügen Sie das nächste Brett an, indem Sie die Nut in die Feder des vorherigen Bretts schieben. Wenn das Brett nicht ganz gerade ist, kann ein Stechbeitel zur Verstärkung der Verbindung verwendet werden.
- Fixierung: Befestigen Sie jedes Brett an den Sparren. Um eine unauffällige Befestigung zu erzielen, stecken Sie die Schrauben schräg durch die Feder. Alternativ können Sie auch sichtbare Schraubverbindungen verwenden.
2. Verlegen mit Klammern und Holzkeilen
- Vorbereitung: Führen Sie die Vorbereitungen wie bei der ersten Methode durch.
- Brettanordnung: Platzieren Sie maximal vier Bretter gleichzeitig auf den Sparren und verbinden Sie diese.
- Zusammenpressen: Bringen Sie Klammern an zwei Sparren an und verwenden Sie Holzkeile, um die Bretter weiter zusammenzupressen. Klopfen Sie sanft mit einem Hammer auf die Keile, um die Pressung zu erhöhen.
- Fixierung: Schrauben oder nageln Sie die Bretter in diesem komprimierten Zustand an jedem Sparren fest, bevor Sie die Klammern und Keile entfernen und mit den nächsten Brettern fortfahren.
Wichtige Hinweise
- Maximale Anzahl der Bretter: Überladen Sie die Klammern nicht, indem Sie mehr als vier Bretter gleichzeitig verarbeiten, da sich sonst die mittleren Bretter wölben könnten.
- Dachneigung beachten: Bei flach geneigten Dächern ist eine sorgfältige Verbindung besonders wichtig, um das Risiko von Undichtigkeiten zu verringern.
Mit diesen Methoden können Sie eine robuste und langlebige Dachschalung schaffen, die den Anforderungen eines Daches gerecht wird. Achten Sie dabei stets auf eine fachgerechte Ausführung.
Zusätzliche Tipps für die Verlegung
Bei der Verlegung von Rauhspund sollten Sie folgende zusätzliche Aspekte beachten, um eine optimale Konstruktion zu gewährleisten:
- Luftzirkulation: Achten Sie darauf, dass zwischen den Brettenden ausreichend Platz bleibt, um eine eventuelle Feuchtigkeitsabgabe zu ermöglichen und das Wachstum von Schimmel zu verhindern.
- Schnitte für Dehnungsfugen: Legen Sie Dehnungsfugen rund um die Bretter an und lassen Sie etwa 10 mm Abstand zwischen den Brettern.
- Entscheidender Feuchtigkeitsgehalt: Überprüfen Sie, dass die Holzfeuchtigkeit vor der Verlegung zwischen 10 und 15 % liegt, um spätere Spannungsrisse zu vermeiden.
- Verwendung von Filzunterlagen: Das Einsetzen von Filz zwischen den Sparren und dem Rauhspund kann das Knarzen der Bretter reduzieren. Achten Sie jedoch darauf, dass eine zu große Bewegungsfreiheit die Stabilität beeinträchtigen könnte.
- Erwägen Sie Vorbohren: Insbesondere bei Harthölzern kann das Vorbohren der Löcher vor dem Eindrehen der Schrauben sinnvoll sein, um Risse und Brüche in den Brettern zu vermeiden.
- Wahl des Werkzeugs: Nutzen Sie elektrische Werkzeuge wie Akkuschrauber oder Nagelpistolen für größere Flächen. Diese ermöglichen ein schnelles und präzises Arbeiten. Verwenden Sie zusätzlich Holzkeile oder Klammern zur Stabilisierung der Bretter während der Verlegung.
Indem Sie diese Tipps konsequent berücksichtigen, schaffen Sie die Grundlagen für ein dauerhaftes und ansprechendes Ergebnis. Genießen Sie Ihr Projekt und die Arbeit mit dem natürlichen Material Holz!