Zementestrich aufheizen – die besten Tipps

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Zementestrich dehnt sich bei Hitze aus

Die meisten Werkstoffe ziehen sich bei Kälte zusammen und dehnen sich bei Wärme aus – so auch der Estrich. Diese Besonderheit sorgt dafür, dass beim Einbau einer Fußbodenheizung der Zementestrich durch einen bestimmten Vorgang an die Wärme gewöhnt werden soll.

Die Notwendigkeit des Aufheizen vom Estrich

Das Zusammenziehen bei Kälte und das Ausdehnen bei Wärme ist ein physikalisches Grundprinzip. Wenn Zementestrich unter der Fußbodenheizung verbaut wird, sollte im optimalen Fall die Fußbodenheizung zu 100% gleichmäßig den Estrich erwärmen. Dies ist allerdings nicht immer durchführbar – folglich findet eine unterschiedliche Ausdehnung statt. Die daraus resultierenden Spannungen können den Boden langfristig beschädigen. Aus diesem Grund müssen Sie den Boden langsam aufheizen. Denn dies bietet zwei entscheidende Vorteile:

  • gleichmäßiges Aufheizen
  • Spannungen werden ausgeglichen

Der idealtypische Ablauf beim Aufheizen

Die relevante Norm DIN 18560 definiert die Mindestdicken für Estrich. Bei der an der Dicke des Estrichs zu orientierenden Aufheizung sollten typische Programme durchgeführt werden – diese sind oft zwischen 14 und 21 Tagen lang. Die ersten Tage achten Sie dabei darauf, dass Sie bei einer konstanten mittleren Temperatur von zum Beispiel 25 Grad Celsius starten. Anschließend müssen Sie die Temperatur sukzessive um 5 Grad Celsius erhöhen, bis Sie die notwendige Höchsttemperatur erreicht haben. Dies sind zum Beispiel 55 Grad Celsius. Nach einem Halten dieser Temperatur geht es wieder in 10er Schritten zur Ausgangstemperatur zurück.

Dieser idealtypische Ablauf sollte genauestens befolgt werden, um das gleichmäßige Aufwärmen zu garantieren. Zudem gibt es weitere Programme, die sich bei dickeren Schichten auf eine Dauer von 21 Tagen beziehen. Einige Heizprogramme führen diesen Prozess auch automatisch durch, sodass Ihnen lediglich die regelmäßige Kontrolle der Temperaturen und des Fortschritts obliegt.

Nicht vergessen – Gut durchlüften!

Wenn Sie den Zementestrich langsam aufheizen, sollten Sie regelmäßig lüften. Denn ohne eine gewisse Grundfeuchtigkeit ist es nicht möglich, dass die Feuchtigkeit im Boden entweicht. Mit einem speziellen Messgerät können Sie am Ende des Zeitraums überprüfen, ob die gewünschten Werte erreicht wurden. Erst dann kommen die nächsten Fußbodenschichten.

Schnelltrocknung – Ja oder Nein?

Wenn Sie zeitlich Druck haben und eine schnellere Trocknung benötigen, gibt es erfahrene Experten, die Ihnen dies anbieten können. Die sogenannte Schnelltrocknung kann den Zeitraum signifikant verkürzen. Aber Vorsicht – nur erfahrene und kompetente Fachleute sollten dies durchführen. Denn bei den unpassenden baulichen Gegebenheiten drohen schwere Schäden am Estrich.