Die Restfeuchte im Estrich ist ein kritischer Faktor für die Qualität von Bodenbelägen. Eine präzise Messung ist unerlässlich, um mögliche Schäden und funktionale Beeinträchtigungen zu vermeiden und die Langlebigkeit des Materials zu gewährleisten.
Restfeuchte im Estrich: Warum die Messung so wichtig ist
Die Restfeuchte im Estrich beeinflusst entscheidend die Qualität und Lebensdauer des darauf verlegten Bodenbelags. Ein zu hohes Feuchtigkeitslevel kann verschiedene Risiken für Schäden darstellen, die sowohl die Ästhetik als auch die Funktionalität des Bodenbelags beeinträchtigen. Deshalb ist die Überprüfung der Restfeuchte vor der Verlegung von grundlegender Bedeutung.
Zu den häufigsten Problemen, die durch hohe Restfeuchte entstehen, gehören:
- Quellende und verformte Bodenbeläge: Insbesondere Holz- und Laminatböden sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Diese Materialien neigen dazu, bei Wasseraufnahme zu quellen, was zu irreversiblen Schäden führen kann.
- Eingeschränkte Klebewirkung: Hohe Restfeuchtigkeit kann dafür sorgen, dass Klebstoffe weniger gut haften, was dazu führen kann, dass Fliesen oder Teppiche sich ablösen oder Blasen bilden.
- Rissbildung im Estrich: Während der Trocknung kann der Estrich durch Schrumpfung Spannungen erzeugen, die zu Rissen im Bodenbelag führen.
- Schimmelbildung: Anhaltende Feuchtigkeit im Estrich fördert die Bildung von Schimmel, was gesundheitliche Risiken birgt und aufwendige Sanierungen erforderlich macht.
Die Grundlage für eine erfolgreiche Bodenverlegung bildet die Überprüfung der sogenannten Belegreife. Diese wird erreicht, wenn der Feuchtigkeitsgehalt unter den festgelegten Grenzwerten liegt. Der zulässige Wert für Zementestrich beträgt in der Regel maximal zwei Volumenprozent, während bei Calciumsulfatestrich nur 0,5 Volumenprozent toleriert werden.
Die genaue Messung der Restfeuchte ist somit unerlässlich, um Folgeschäden zu vermeiden und sicherzustellen, dass Ihre Bodenbeläge in gutem Zustand verlegt werden können. Ziehen Sie Fachkräfte hinzu, um diese wichtige Messung durchzuführen.
Die CM-Methode: Der Standard für zuverlässige Messergebnisse
Die Calciumcarbid-Methode, auch bekannt als CM-Methode, gilt als das anerkannteste Verfahren zur Messung der Restfeuchte im Estrich. Diese Methode ist nicht nur extrem präzise, sondern auch das einzige Verfahren, das rechtlich anerkannt ist und daher insbesondere in umfangreichen Bauprojekten bevorzugt wird.
Ablauf der CM-Messung
- Probenentnahme: Ein qualifizierter Fachkraft entnimmt Estrichproben an strategisch ausgewählten Stellen. Diese Auswahl ist entscheidend, um ein genaues Gesamtbild des Feuchtigkeitsgehalts zu erhalten.
- Zubereitung der Probe: Die entnommene Probe wird zusammen mit Calciumcarbid in einen Druckbehälter gegeben. Das Calciumcarbid reagiert mit dem Wasser und erzeugt Acetylen, was zu einem Druckanstieg im Behälter führt.
- Druckmessung: Der Druckanstieg wird mithilfe eines Manometers gemessen. Der gemessene Druck bietet eine direkte Korrelation zur Feuchtigkeit im Estrich.
- Feuchtegehalt berechnen: Anhand des Drucks kann mithilfe einer Eichskala der genaue Feuchtegehalt der Probe ermittelt werden, was Rückschlüsse auf den Gesamtfeuchtigkeitsgehalt des Estrichs zulässt.
Die CM-Methode ist besonders wichtig, wenn es um die Beurteilung der Belegreife geht. Für Zementestriche liegt der maximale zulässige Feuchtegehalt bei etwa zwei Prozentsätzen. Für Calciumsulfatestriche sind es nur 0,5 Prozent.
Die CM-Methode liefert eine zuverlässige und rechtlich anerkannte Kennziffer, die die Basis für eine erfolgreiche Bodenverlegung schafft. Daher sollten Sie unbedingt auf dieses Verfahren setzen und qualifizierte Fachkräfte hinzuziehen, um verlässliche Ergebnisse zu erzielen.
Weitere Verfahren zur Orientierung
Neben der CM-Methode stehen Ihnen verschiedene andere Verfahren zur Verfügung, um die Feuchtigkeit im Estrich grob einzuschätzen. Diese Methoden sind jedoch weniger präzise und rechtssicher als die CM-Messung und dienen bestenfalls als erste Orientierung.
Elektronische Feuchtemessgeräte
Elektronische Feuchtemessgeräte bieten eine schnelle und zerstörungsfreie Messung des Feuchtigkeitsgehalts im Estrich. Diese Geräte ermitteln die Leitfähigkeit des Materials, da Wasser die elektrische Leitfähigkeit erhöht. Die Genauigkeit der Ergebnisse kann jedoch durch die Oberflächenbeschaffenheit und die Estrichart beeinflusst werden. Daher ist es ratsam, die Messwerte mit einer anerkannten Methode, wie der CM-Methode, zu validieren.
KRL-Messmethode
Die KRL-Methode (korrespondierende relative Luftfeuchte) ist ein weiteres etabliertes Verfahren. Hierbei wird die relative Luftfeuchtigkeit in einem geschlossenen System gemessen, in dem sich eine Estrichprobe befindet. Diese Methode ist nach DIN EN 17668 genormt und bietet den Vorteil, dass sie auch für Estriche mit Zusatzmitteln geeignet ist. Die KRL-Messung liefert wertvolle Informationen über den aktuellen Feuchtigkeitszustand, sollte jedoch idealerweise mit der CM-Methode kombiniert werden.
Diese Verfahren können Ihnen zusätzliche Ansätze bieten, um die Restfeuchte im Estrich einzuschätzen und notwendige Maßnahmen zur Trocknung und Belegreife zu planen.
Was tun bei zu hoher Restfeuchte?
Wenn die Messung der Restfeuchte zeigt, dass die Werte über den zulässigen Grenzwerten liegen, müssen Sie Geduld haben und geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Trocknung zu beschleunigen. Hier sind einige Schritte, die Sie in Betracht ziehen können:
- Raumtemperatur erhöhen: Eine erhöhte Temperatur fördert die Verdunstung von Wasser aus dem Estrich. Durch gezielte Heizmaßnahmen können Sie diesen Prozess optimieren.
- Verbesserte Belüftung: Achten Sie darauf, dass der Raum gut belüftet ist. Öffnen Sie Fenster, um einen Luftzug zu erzeugen, der die Feuchtigkeit schneller abführt.
- Einsatz von Bautrocknern: Bei hartnäckigen Fällen kann der Einsatz von Bautrocknern sinnvoll sein. Diese Geräte entziehen der Luft gezielt Feuchtigkeit und steigern die Effizienz des Trocknungsprozesses.
- Reaktive Feuchtigkeitssperren: Bei starkem Feuchtigkeitsvorhandensein kann eine reaktive Feuchtigkeitssperre aufgetragen werden. Diese Polymerschicht verringert die Dampfdiffusion und schützt den Bodenbelag vor eindringender Feuchtigkeit. Achten Sie jedoch auf mögliche gesundheitliche Risiken, und setzen Sie auf geprüfte Produkte.
Warten Sie mit der Verlegung des Bodenbelags, bis die Restfeuchte ausreichend gesenkt ist. Informieren Sie sich gegebenenfalls bei Fachleuten über die besten Vorgehensweisen und lassen Sie sich beraten, welche Maßnahmen in Ihrem spezifischen Fall am sinnvollsten sind.