Orangenhaut ist ein häufiges Problem bei Lackierungen und äußert sich durch unregelmäßige Oberflächenstrukturen. Dieser Artikel erläutert die Ursachen und bietet effektive Methoden zur Vermeidung sowie zur Korrektur dieses Mankos.
Was ist Orangenhaut und wie entsteht sie?
Orangenhaut beschreibt einen häufigen Mangel bei Lackierungen, bei dem die Oberfläche kleine, unregelmäßige Vertiefungen oder Wellen aufweist, die an die Schale einer Orange erinnern. Diese unerwünschte Struktur kann durch verschiedene Faktoren entstehen, die während des Lackierprozesses Einfluss nehmen.
Die Ursachen für die Entstehung von Orangenhaut sind vielfältig. Zu den häufigsten gehören:
- Schlechte Oberflächenvorbereitung: Eine ungenügende Reinigung der Lackierfläche von Verunreinigungen wie Fett, Öl oder Staub verhindert den gleichmäßigen Halt des Lacks.
- Unzureichende Materialviskosität: Eine dickflüssige Lackmischung führt zu einem ungleichmäßigen Verlauf des Lacks, was die Bildung von unregelmäßigen Oberflächenstrukturen zur Folge hat.
- Falsche Spritztechnik: Ein zu großer Abstand beim Sprühen führt dazu, dass der Lack in der Luft antrocknet und somit nicht gleichmäßig auf der Oberfläche ankommt. Außerdem erhöht das schnelle Ausführen der Sprührhübe das Risiko unregelmäßiger Schichten.
- Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen: Hohe Temperaturen oder niedrige Luftfeuchtigkeit können bewirken, dass der Lack zu schnell trocknet, bevor er gleichmäßig verlaufen kann. In solchen Fällen zieht sich der Lack zurück und hinterlässt die typischen Dellen.
- Düsengröße und Spritzdruck: Eine unangemessen große Düse in Kombination mit zu niedrigem Druck führt dazu, dass der Lack nicht richtig zerstäubt wird, was ebenfalls unregelmäßige Oberflächenstrukturen verursacht.
Um Orangenhaut zu vermeiden, ist eine sorgfältige Planung und Durchführung des Lackierprozesses unerlässlich. Sie sollten auf die richtige Mischung der Materialien und die optimalen klimatischen Bedingungen achten, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.
Methoden zur Vermeidung von Orangenhaut
Um der unerwünschten Orangenhaut bei Lackierungen vorzubeugen, können Sie einige effektive Methoden befolgen:
- Sorgfältige Oberflächenvorbereitung: Reinigen und entfetten Sie die Fläche gründlich, um die Haftung des Lacks zu verbessern. Durch das Schleifen der Oberfläche entfernen Sie Verunreinigungen und rauen den Untergrund an.
- Optimierung der Lackierbedingungen: Achten Sie auf eine Temperatur von etwa 20 °C für das Lackmaterial und die Umgebung. Diese Bedingungen unterstützen eine gleichmäßige Trocknung des Lacks. Übermäßige Hitze oder direkte Sonneneinstrahlung sind zu vermeiden, da sie die Trocknungsgeschwindigkeit negativ beeinflussen.
- Einstellung der Lackiergeräte: Stellen Sie den Spritzdruck so ein, dass er nicht zu hoch ist. Ein überhöhter Druck drückt die Lackpartikel auseinander, was zu einer ungleichmäßigen Schicht und damit zu Orangenhaut führen kann. Ein mittlerer Druck fördert die gleichmäßige Verteilung des Lacks.
- Einhaltung der empfohlenen Spritzabstände: Halten Sie einen konstanten Abstand zwischen der Sprühpistole und der Oberfläche ein. Ein Abstand von etwa 20 bis 30 Zentimetern gewährleistet einen gleichmäßigen Sprühnebel und verhindert, dass der Lack vorzeitig antrocknet.
- Verwendung geeigneter Verdünner: Nutzen Sie die vom Hersteller empfohlenen Verdünner und Mischungsverhältnisse. Diese Vorgehensweise sorgt dafür, dass die Viskosität des Lacks optimal eingestellt ist, was einen gleichmäßigen Fluss beim Auftragen gewährleistet.
Die Einhaltung dieser Methoden trägt entscheidend zu einem glatten und gleichmäßigen Finish bei und reduziert die Wahrscheinlichkeit der Bildung von Orangenhaut.
Korrektur von Orangenhaut
Sollte bereits Orangenhaut aufgetreten sein, folgen Sie diesen Schritten, um die Oberfläche zu glätten:
- Anschleifen: Beginnen Sie den Korrekturprozess, indem Sie die betroffenen Stellen mit einem Schleifmittel der Körnung P1200 bearbeiten. Arbeiten Sie gleichmäßig, um die Oberfläche nicht zu beschädigen, und konzentrieren Sie sich darauf, die unregelmäßigen Stellen zu glätten.
- Reinigung: Nach dem Schleifen reinigen Sie die geschliffenen Bereiche gründlich mit einem geeigneten Reinigungsmittel. Entfernen Sie alle Rückstände des Schleifstaubs mit einem sauberen Tuch oder speziellen Reinigungspads. Gegebenenfalls sollten Sie einen Silikonentferner verwenden, um sicherzustellen, dass die Oberfläche frei von Fett und Verunreinigungen ist.
- Erneutes Lackieren: Mischen Sie den Lack gemäß den Herstellervorgaben und tragen Sie eine gleichmäßige Schicht auf die vorbereitete Fläche auf. Beachten Sie dabei die optimalen Bedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um ein hervorragendes Ergebnis zu erzielen. Achten Sie insbesondere auf die richtige Viskosität des Lacks und den passenden Spritzdruck.
- Polieren (optional): Sind die betroffenen Stellen nach dem neuen Lackauftrag noch nicht zufriedenstellend glatt, ziehen Sie in Betracht, eine zusätzliche Polierschicht aufzutragen. Verwenden Sie dafür das entsprechende Polierwerkzeug und -mittel, um den Glanz der Oberfläche wiederherzustellen.
Durch die Befolgung dieser Schritte können Sie die unerwünschte Orangenhaut wirksam beseitigen und eine ansprechende, glatte Lackierung erzielen.